1945 - 90

Nach 1945, das Schwergewicht der Glasbläserbetriebe lag nach wie vor im Thüringischen, also in der DDR, verteilten sich nur sehr wenige Firmen über die Bundesrepublik Deutschland. So wurde der Beruf “Glasbläser“ 1966 aus der Anlage A der Handwerksordnung gestrichen. Im gleichen Zuge erfolgte die Streichung des nichthandwerklichen Ausbildungsberufes “Kunstaugenbläser“(Basis für den  “Hersteller künstlicher Menschenaugen” oder auch “Augenkünstler” genannt). “Art, Inhalt und Zielsetzung entsprächen nicht dem Inhalt eines gewerblichen Ausbildungsberufes“ und die geringe Anzahl von Ausbildungsverhältnissen waren hierfür die Gründe. Eine Lehrausbildung künstlerischer Glasbläserfachrichtungen mit staatlicher Anerkennung war demnach in der Bundesrepublik Deutschland ab 1966 nicht mehr möglich. In der bundesdeutschen Kunstaugenherstellung, ab 1980 als Okularistik (urspr. französ.) bezeichnet, ersetzen ab diesem Zeitraum verbandsinterne Ausbildungsregelungen verschiedener Vereine und Verbände die staatliche Ausbildung.

In der DDR gab es trotz Zwangskollektivierung an der Berufsfachschulausbildung keine Änderungen. Neben den technisch ausgerichteten Glasbläserberufen wurden vor allem in Lauscha die künstlerischen Spezialisierungsrichtungen weiterhin ausgebildet.

Kunstaugenbläser und Facharbeiter für Augenprothetik erhielten weiterhin ihre Grundausbildung (erst 3, dann 2 1/2 Jahre) in Form der zweigeteilten Ausbildung in Berufsfachschule und Ausbildungsbetrieb mit staatlichem Abschluß Facharbeiter. Daneben war eine Meisterausbildung in Industrie sowie im Handwerk möglich, die Meisterqualifikation im Handwerk als Zulassungsvoraussetzung für Krankenkassen zwingend. So konnten alle in der DDR selbständigen Augenprothetiker einen Meisterbrief vorzeigen.

Die Praktik mit staatlichem Abschluß existierte bis zur Wiedervereinigung Deutschlands.

pfeil zurueck blau pfeil weiter blau

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